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Individuelles und soziales Verhalten
Jede fossile Fußspur spiegelt einen Moment im Leben des jeweiligen Spurenmachers dar. Fossile Fußspuren können so auch zeigen, wie sich der Spurenmacher in diesen Moment verhalten hat.
Das individuelle Verhalten eines Spurenerzeugers anhand von Spuren und Fährtenfolgen studieren
Haben wir eine einzelne Spur, ist der Moment, in denen die Spur hinterlassen wurde, sehr kurz. Dennoch können wir einiges über das Verhalten des Spurenmachers herrausfinden: Beispielsweise können wir erfahren, in welchen Lebensraum sich das Tier aufhielt. Wenn wir eine ganze Fährte haben, ist der Moment, in denen diese Fährte hinterlassen wurde, wesentlich länger. Man kann so noch mehr Details über das Verhalten herausfinden: Machte das Tier eine Kurve oder lief es gerade aus? Wie schnell lief es? Hinkte es? In welche Richtung lief es? Alle diese Fragen lassen sich anhand einer Fährtenfolge beantworten.
Mit Fährten das soziale Verhalten der Spurenerzeugers studieren
Wenn wir mehrere Fährten auf einmal finden, können wir noch mehr über das Verhalten herausfinden - insbesondere über das soziale Verhalten.
Roland Bird fand in Texas in den späten 1930er Jahren am Paluxy River Spuren von Brontopodus, der Speziesname ist Brontosaurus (heute Apatosaurus). Er fand mehrere Fährten, die parallel zueinander liefen, und stellte so als erster die Theorie auf, dass Apatosaurus in Herden lebte. Heute haben wir nicht nur bei Brontopodus derartige Hinweise auf ein Herdenleben anhand von Fußspuren gefunden, sondern auch bei vielen anderen Dinosauriern wie Iguanodon, weiteren Sauropoden und Hadrosauriden.
An einer Brontopodus Spuren Fundstelle, Davenport Ranch, kann man an den Spuren ein interessantes Verhalten ablesen. Hier wurde die Fährten einer ganzen Herde entdeckt, die parallel zueinander in dieselbe Richtung liefen. Die Spuren der größten Individuen waren stets die äußersten, die kleieren Spuren der kleineren Tiere der Herde fanden sich stets in der Mitte. So schützten die Tiere die Jüngeren und Schwächeren der Herde vor den Angriffen der großen Carnivoren, wie z.B. Allosaurus. Die großen, gesunden und ausgewachsenen Sauropoden hatten vor den Carnivoren nichts zu befürchten, sie waren viel zu massig. So verfolgten die Carnivoren die Herde und warteten, bis ein jüngeres schwächeres Tier den Schutz der Herde verließ.
Bei Davenport Ranch wurden aber nicht nur Sauropodenspuren entdeckt, sondern auch die eines Carnivoren! Und es sieht fast so aus, als ob er einen der Brontopoden angegriffen hätte. Seine Spur ging in einem Bogen schräg auf das Tier zu und endete dort.
Man weiß jedoch nicht, ob es sich hierbei um einen direkten Angriff des Carnivoren auf die Apatosaurier handelt. Viel wahrscheinlicher ist, dass der Carnivore die Stelle erst nach den Sauropoden passiert hatte, der Sauropodenherde folgend, um auf ein unvorsichtiges Jungtier zu warten.
Es wird schnell klar, welche Einblicke wir über das Verhalten ausgestorbener Tiere nur anhand fossiler Fußspuren erhalten können. Unten wird noch einmal Genaueres über die Geschwindigkeitsbestimmung anhand von Dinosaurierspuren aufgeführt.
Geschwindigkeitsbestimmung bei Dinosauriern anhand von Fußspuren
Man kann meist schon auf den ersten Blick ein rennendes Tier von einem normal laufenden Tier anhand von Fährten unterscheiden. Bei einen rennenden Tier ist die Zeit, in denen die Spuren hinterlassen wurden, viel kürzer als bei einem normal laufenden oder gehenden Tier. Oft ist bei einem rennenden Tier auch die Fläche des Fußabdrucks kleiner. Ein rennendes Tier hinterlässt die Fußabdrücke mit viel größerer Kraft und Wucht. Es gibt also massivere Einwirkungen auf das Sediment.
Aber man kann auch die genauere Geschwindigkeit bestimmen. Dazu wurde eine mathematische Formel aufgestellt:
SL bedeutet hier Stride-length, also die Schrittlänge, FL steht für die Länge der Spur. h ist die Hüfthöhe des Tieres (ungefähr gleich Schulterhöhe) (FL * 4 = h).
Der Geschwindigkeitsrekord, der von einem Dinosaurier anhand von Fußspuren nachgewiesen wurde, liegt bei 40 km/h. Es war ein mittelgroßer Theropode. Dies heißt aber nicht, dass das Tier nicht noch schneller laufen konnte. Die Tiere sprinten ja auch nur, wenn sie es wirklich nötig haben. Die meiste Zeit laufen sie normal.
Lesen sie weiter: Wie Fußspuren erhalten blieben
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