| Sie befinden sich hier: Start: Allgemeines: Wie Spuren versteinern |
Wie können fossile Spuren versteinern?
Wenn ein Tier Fußspuren hinterlässt, kommt es nur in wenigen Fällen zu einer Fossilation der Fußspuren. Die Spuren müssen, um erhalten zu bleiben, auf weichem Untergrund hinterlassen werden und dann möglichst schnell von Sediment überdeckt werden. Oft werden Fußspuren durch Wasser weggewaschen, bevor sie Sediment bedecken kann. Wie es trotzdem zu einer Fossilation der Fußspuren kommen kann, erklären zwei Modelle.
Modell 1:
Beim ersten Modell werden die Spuren zuerst von der Sonne hart und standfest gebrannt. Wenn dann das Wasser kommt, können die Spuren nicht mehr so leicht weggewaschen werden und Sediment kann sie bedecken. Sind sie einmal durch Sediment bedeckt, sind sie vor den Witterungseinflüssen der Außenwelt erstmal sicher. Im Laufe der Zeit können immer mehr Sedimente auf der Spur lasten. Nun kann es zur Fossilation kommen.
Modell 2:
Beim zweiten Modell werden die Spuren sofort von Sediment bedeckt. Wenn ein Tier die Spur hinterlässt, strömt loses Sediment in die Spur und bewahrt sie vor den Zerfall.
Meistens kann man gut nachvollziehen, welcher der beiden Vorgänge bei der Erhaltung von Spuren stattgefunden hat. Es finden sich z.B. öfters Hinweise auf eine Austrocknung der Spur oder der Umgebung durch die Sonne.
Die fossilierten Spuren können nach Millionen von Jahren wieder an die Oberfläche kommen. Eine zu Stein gewordene Sedimentschicht schützt sie immer noch vor den Witterungseinflüssen. Um die Spuren zu studieren, legen Wissenschaftler diese Spuren sorgfältig frei. Sie fertigen Abdrücke aus Gips von den Spuren an, um sie genauer untersuchen zu können.
Geheimnissvolle Geisterspuren
Wenn ein Tier seine Fußspuren auf einer relativ dünnen Schicht von Sediment hinterlässt, kann es vorkommen, dass die von dem Tier zusammengedrückte Sedimentschicht auf eine darunter liegende Sedimentschicht wirkt. Auf dieser unteren Sedimentschicht können so die gleichen Abdrücke entstehen wie auf der oberen. Man hat also gleich zwei Abdrücke. Dieses seltsame Phänomen nennt man Geisterspuren oder Unterspuren (englisch undertracks). Es ist in der Paläontologie einzigartig: Es gibt keine vergleichbaren "Unterknochen" oder ähnliches.
Man kann Unterspuren von echten Spuren nur dadurch unterscheiden, dass Unterspuren viel ungenauer sind. Auf echten Spuren bleiben evtl. Hautabdrücke oder Ähnliches erhalten. Bei Unterspuren entfallen diese gänzlich. Aber oft kann man nicht genau feststellen, ob es sich um Unterspuren handelt oder nicht. So basieren viele falsche Vorstellungen auf den Unterspuren.
Geisterspuren - Probleme für die Ichnologen
Ein Tier kann so also auch seine Fußspuren in viel älteren Sedimentschichten machen. Dies stellt oft ein Problem bei der Altersbestimmung von Fußspuren dar. Aber auch andere Probleme können auftreten.
Das am meisten bekannte und beste Beispiel ist die Theorie des schwimmenden Sauropoden. Früher dachte man, die gewichtigen Sauropoden konnten das Land aufgrund ihres hohen Gewichtes nicht betreten und verbrachten somit die größte Zeit im Wasser. Erst später bemerkte man, dass dem nicht so ist. Diese falsche Theorie hatte jedoch auch ein Spurenfund unterstützt. Der berühmte Ichnologe Roland T. Bird hatte im Jahr 1944 die Fährte eines Sauropoden gefunden. Im fiel sofort auf, dass jeweils nur die Spuren der Vorderbeine erhalten geblieben waren, die Abdrücke der Hinterbeine waren nicht vorhanden. Er stellte also die Theorie auf, dass Tier habe sich schwimmend fortbewegt und nur die Vorderbeine benutzt, um sich abzustoßen.
Heute wissen wir, diese Spuren waren Unterspuren. Das Tier ist mit den Vorderbeinen in weicheren Sediment gelaufen. Daher waren die Spuren der Vorderbeine tiefer und der Druck drang durch die Sedimentschicht in eine zweite, wo die Spuren heute noch erkennbar sind. Da sich die Hinterbeine auf härteren Untergrund befanden, konnten diese Spuren nicht bis in die untere Sedimentschicht vordringen.
Dieses Beispiel beweist, dass es sehr wichtig ist, besonders die guterhaltenen Spuren zu erforschen. So wurden sehr gut erhaltene Fußspuren zusammen mit ungenaueren Spuren gefunden. Die ungenaueren Spuren wurden einwandfrei als Unterspuren identifiziert.
zurück zur Seite "Allgemeines"
| Home |
© Copyright by Jens Lallensack. E-mail