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Fußspur-Anatomie
Was braucht man, um Informationen und Zusammenhänge aus den Spuren zu gewinnen? Das erste was man braucht, sind gute Informationen. Man muss die Spuren also genau vermessen, die Morphologie (From) der einzelnen Spuren untersuchen (z.B. Wie viele Zehen hat die Spur?), die Breite der Fährte feststellen (mit Fährte meine ich immer eine ganze Spurenfolge), den Abstand zwischen den einzelnen Spuren feststellen... Nur so können Ichnologen Einzelheiten über die Spurenverursacher erfahren. Dafür stehen natürlich eine Menge Fachbegriffe zur Verfügung, wobei ich hier zum Großteil auf die englischen Begriffe zurückgreife. Hier wollen wir jedoch auf speziellere Vokabeln verzichten und führen nur die grundlegenden Begriffe auf.
Zur Analyse einer Fährtenfolge
Wenn wir gehen, machen wir Schritte (eng. steps oder paces) von links nach rechs, von rechs nach links u.s.w. Zwei Schritte fasst man zu einem Stride (englisch) zusammen. Mehrere aufeinanderfolgende Trittsiegel vom selben Individium ergeben eine Fährtenfolge (eng. "trackway"). Die Breite dieser Fährte bezeichnet man als Fährtenbreite (oder in englisch als "straddle" oder "trackway width"). Den Winkel zwischen den Schritten (siehe Grafik) bezeichnet man als "Schrittwinkel" (engl. "peace angulation"). Dieser Winkel wird zwischen drei einzelnen Trittsiegeln gemessen.
Bei quadrupeden (vierfüßigen) Tieren haben wir zwei Spurentypen: die Manus Spuren (Spuren der Vorderfüße) und die Hinterfußspuren. Bei bipeden (zweibeinigen) Tieren berühren die Vorderfüße natürlich selten den Boden.
Zur Analyse einer einzelnen Spur
Kommen wir nun zur Morphologie (Anatomie) von einzelnen Trittsiegeln.
Ein wichtiges Kennzeichen eines Trittsiegels sind die Anzahl der Zehen. Je nach Typ gibt es einzehige Spuren bis fünfzehige Spuren.
Die einzelnen Zehen einer Spur werden mit römischen Ziffern gekennzeichnet (I-V), wobei man mit der Innenseite, also immer mit dem Daumen oder der großen Zehe (bei Dinosauriern und Vögeln Hallux genannt), anfängt.
Es gibt nur sehr wenige Tiere, die mehr als fünf Zehen haben. Es gibt jedenfalls keine entsprechende fossile Fußspur.
Natürlich exestieren auch hier Fachbegriffe:
Monodactyl = 1 Zehe
Didactyl = 2 Zehen
Tridactyl = 3 Zehen
Tetradactyl = 4 Zehen
Pentadactyl = 5 Zehen
Polydactyl = mehr als 5 Zehen
Haben wir einen vollen Abdruck, wo auch der hintere Abschnitt der Spur erhalten geblieben ist, bezeichnet man das als "plantigraden" Abdruck. Ist das Tier jedoch auf den Zehen gelaufen, sind auch nur die Zehen erhalten beglieben. Hier spricht man von einem Digitigraden Abdruck.
Dies sind nur einige Aspekte, bei denen ich es aber erstmal belassen will.
Schwanzabdrücke, Beckenabdrücke, Haut und Körperabdrücke innerhalb von Fährten und Spuren
Kurz angebrochen sei auch dieses Thema. Haben wir Fährten von kurzbeinigen Tieren, wie Eidechsen, sind oft Schwanzabdrücke zu erkennen. Jedoch sind diese Abdrücke bei Dinosauriern und Säugetieren selten.
Manchmal findet man in sehr gut erhaltenen Abdrücken auch Hautabdrücke. Aber auch Hautabdrücke von anderen Körperteilen können zusammen mit einer Fährte erhalten bleiben.
Es kommt sogar vor, dass Abdrücke von Gelenken und Körperteilen erhalten bleiben, wenn das Tier kriecht oder auf den Boden liegt.
Lesen sie weiter: Umgebung einer Fußspur
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